Das US-amerikanische Magazin Vogue hat ein längeres Porträt über Laura Poitras veröffentlicht, die Regisseurin der Oscar-prämierten Snowden-Dokumentation Citizenfour. Dafür hat die Journalistin Sara Corbett mehrmals die Filmemacherin in New York getroffen, wo sie nach einigen Jahren in Berlin nun wieder wohnt.
Besonders interessant sind ihre Aussagen zu der Zusammenarbeit mit Edward Snowden. Poitras berichtet, wie sie beim ersten Kontakt mit Snowden dachte, dass es sich um eine Falle der Geheimdienste handelt und erst über einen längeren Zeitraum Vertrauen zu ihm aufbauen musste. Da Poitras schon vorher einige regierungskritische Dokumentationen über die US-Sicherheitspolitik nach den 9/11-Anschlägen gedreht hatte, war sie dutzende Male an Flughäfen verhört und festgehalten worden.
Um sich vor staatlicher Überwachung zu schützen, zog Poitras um, hörte auf, ein Handy zu benutzen und schränkte die Kontakte zu Freunden ein. Sie rechnete während ihrer Zusammenarbeit mit Snowden damit, unter Umständen ins Gefängnis zu kommen und gesteht ein, dass sie damals große Angst vor den ungewissen Konsequenzen hatte:
‚In retrospect, a lot of people think, Oh, the Snowden story is a great story that any journalist would want to get ahold of,’ she says. ‚But it didn’t feel that way then. I was seriously scared.’
Am 5. Februar eröffnet im Whitney Museum of American Art in New York die Solo-Ausstellung „Laura Poitras: Astro Noise“ welche sich unter anderem mit Massenüberwachung, dem „War on Terror“ und dem Gefängnis Guantánamo Bay auseinandersetzt.
